Alufolie

Alufolie ist ein Alleskönner und in jeder Küche zu finden. Ist es gesundheitsschädlich, Lebensmittel darin einzuwickeln? Was muss beachtet werden? Und was passiert im Körper, wenn wir Aluminium über die Nahrung aufnehmen?

Ist Alufolie gefährlich für die Gesundheit?

Nein, Alufolie an sich ist nicht gefährlich für die Gesundheit. Es sollten allerdings vorsichtshalber keine stark sauren oder salzhaltigen Produkte in Alufolie gelagert oder gegrillt werden. Säure oder Salz, wie etwa aus aufgeschnittenen Äpfeln, Essiggurken, Feta oder Wurst können Aluminium-Ionen freisetzen. Diese könnten dann in die Lebensmittel gelangen. Darauf weisen die Hersteller auch auf der Verpackung ausdrücklich hin. Somit soll sichergestellt werden, dass der vom Europarat für Aluminium vorsichtshalber festgelegte Freisetzungsgrenzwert von fünf Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel eingehalten wird.

Wenn man bestimmte Regeln beachtet, ist die Verwendung von Aluminiumfolie als Verpackung für Lebensmittel völlig ungefährlich.

Dr. Ulrich Nehring, staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker

Alufolie: der Allrounder im Haushalt

In der Küche ist Alufolie kaum wegzudenken: Das Verpackungsmaterial schützt Lebensmittel wirkungsvoll vor Licht, Sauerstoff, Feuchtigkeit oder Keimen. Im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien wie Frischhaltefolie oder Backpapier ist Alufolie daher eine sogenannte „absolute Barriere“. Mit ihren Eigenschaften verlängert Alufolie die Haltbarkeit von Lebensmitteln und trägt so einen wichtigen Teil dazu bei, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Übrigens: Alufolie wird daher oft auch als eine von mehreren Komponenten von Verbundverpackungen, wie wir sie von zum Beispiel H-Milch kennen, eingesetzt. Die Alufolie kann in diesen Fällen bis zu 0,006 Millimeter dünn sein, also dünner als ein Menschenhaar. Lebensmittelverschwendung ist ein akutes Problem: Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wären 50 Prozent der Lebensmittelabfälle in Deutschland 2017 vermeidbar gewesen – unter anderem durch eine optimale Lagerung und den richtigen Schutz der Lebensmittel.

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Aluminium im Körper

Aluminium ist weit verbreitet: Wir nehmen es täglich auf. Als dritthäufigstes Element der Erdkruste gelangt es auch in Pflanzen und unser Trinkwasser. Deshalb enthalten einige Lebensmittel wie Tee, Salat oder Schokolade von Natur aus Aluminium. Mit bis zu 60 Prozent nehmen wir den größten Anteil des Elements übrigens über unbehandelte Lebensmittel auf, gefolgt von Lebensmittelzusatzstoffen mit bis zu 40 Prozent. Nur ein Bruchteil von bis zu vier Prozent gelangt über unbeschichtete Aluminiumgegenstände wie Haushaltsutensilien, Grillschalen oder Alufolie in unseren Körper.

Die Aufnahme von Aluminium ist für den durchschnittlichen, gesunden Verbraucher nach derzeitigem Stand der Forschung jedoch nicht schädlich: Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt die Aufnahme eines Milligramms Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche über die Nahrung als gesundheitlich unbedenklich. Für einen 70 Kilogramm schweren Menschen liegt der Grenzwert für die Menge Aluminium also beispielweise bei 70 Milligramm pro Woche. Ein Mensch, dessen Nieren gesund sind, scheidet 99,9 Prozent des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren schnell wieder aus.

Vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Studien hat der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) im Jahr 2011 den Grenzwert für eine tolerierbare Aufnahme von Aluminium sogar auf zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche festgelegt. Dies entspricht der doppelten Menge des EFSA Grenzwertes von 2008.

Grenzwerte für die tolerierbare Aufnahme von Aluminium

Es existieren gegenwärtig zwei unterschiedliche, wissenschaftlich hergeleitete Grenzwerte für die tolerierbare Aufnahme von Aluminium pro Kilogramm Körperwicht in der Woche über die Nahrung: Ein Milligramm (EFSA) und zwei Milligramm (JECFA).

Interview mit Dr. Ulrich Nehring, staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker

Gehe ich grundsätzlich ein gesundheitliches Risiko ein, wenn ich Lebensmittel in Alufolie einwickle?

Dr. Ulrich Nehring: Nein. Wenn man bestimmte Regeln beachtet, ist die Verwendung von Aluminiumfolie als Verpackung für Lebensmittel völlig ungefährlich. Ein Risiko für unsere Gesundheit besteht nicht. Aluminium ist nicht akut giftig. Dennoch sollten Menschen Aluminium nur in begrenzten Mengen aufnehmen. Der weitaus größte Teil des von Menschen aufgenommenen Aluminiums ist darauf zurückzuführen, dass einige Lebensmittel in erheblichen Mengen Aluminium als natürlichen Bestandteil enthalten. Vor allem sind hier Kakao und Schokolade sowie Tee und einige Gewürze zu nennen.

Die Aluminiumaufnahme von Verbrauchern, die auf die Verwendung von Gegenständen aus Aluminium, zum Beispiel von Aluminiumfolie, zurückzuführen ist, macht durchschnittlich nur bis zu vier Prozent der gesamten Aluminiumaufnahme aus.

Was muss ich bei der Verwendung von Alufolie für Lebensmittel beachten?

Dr. Ulrich Nehring: Wenn Aluminium mit sehr sauren Lebensmitteln wie zum Beispiel geschältem Obst, Salatsaucen oder Sauerkraut in Kontakt kommt, kann es durch die Säure in den Lebensmitteln aufgelöst werden. Es entstehen dann Aluminiumsalze, die auf die Lebensmittel übergehen. Wenn solche Aluminiumsalze in großen Mengen aufgenommen werden, können sie bei Menschen mit Nierenerkrankungen zu gesundheitlichen Störungen führen, weil sie sich im Körper anreichern. Im menschlichen Körper angereichertes Aluminium kann Störungen des Nervensystems hervorrufen. Gesunde Menschen scheiden die Aluminiumsalze unverändert wieder aus, deshalb kommt es normalerweise nicht zu einer Anreicherung. Dennoch sollten alle Verbraucher, gesunde ebenso wie erkrankte, darauf achten, Aluminiumfolie nur zum Verpacken von nicht sauren Lebensmitteln zu verwenden. Ob ein Lebensmittel sauer ist, kann man ganz einfach anhand seines Geschmacks erkennen. Lebensmittel, die sauer schmecken, sollten nicht in Aluminiumfolie verpackt werden. Aus dem gleichen Grund wie die sauren Lebensmittel sollte man auch Laugengebäck und andere sehr stark salzige Lebensmittel nicht in Aluminiumfolie verpacken.

Was sind die Vorteile von Aluminiumfolie?

Dr. Ulrich Nehring: Aluminiumfolie ist eine dichte Verpackung. Licht, Wasserdampf und Luft können nicht durch sie hindurchwandern. Deshalb schützt Aluminiumfolie Lebensmittel vor Austrocknung, den negativen Einflüssen von Sonnenlicht und fremden Gerüchen sowie vor Oxidation, also dem Einfluss von Luftsauerstoff. Aluminiumfolie ist außerdem hitzebeständig und kann deshalb auch beim Kochen, zum Beispiel im Backofen, eingesetzt werden. Weil Aluminiumfolie Hitze reflektiert, kann sie auch gut zum Warmhalten von zubereiteten Speisen verwendet werden. Da man Aluminiumfolie leicht durchreißen und gut falten kann, ist sie im Haushalt sehr einfach zu handhaben.

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Fragen und Antworten

Alufolie

Ist Alufolie gefährlich für die Gesundheit?

Alufolie an sich ist nicht gefährlich für die Gesundheit. Es sollten vorsichtshalber keine stark sauren oder salzhaltigen Produkte in Alufolie gelagert oder gegrillt werden. Säure und Salz können Aluminium-Ionen freisetzen, diese könnten in die Lebensmittel gelangen.

Wie viel Aluminium kann ich bedenkenlos zu mir nehmen?

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt die Aufnahme eines Milligramms Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche über die Nahrung als gesundheitlich unbedenklich. Vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Studien hat der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) im Jahr 2011 den Grenzwert für eine tolerierbare Aufnahme von Aluminium sogar auf zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche festgelegt.

Gibt Alufolie Aluminium an Lebensmittel ab?

Alufolie kann nur dann Aluminium-Ionen an die Lebensmittel abgeben, wenn stark saure oder salzhaltige Produkte in der Alufolie gelagert oder zubereitet werden.

Wie geht der Körper mit Aluminium um?

Wir nehmen täglich Aluminium auf. Als häufigstes Metall der Erdkruste gelangt es auch in Pflanzen und unser Trinkwasser. Ein Mensch, dessen Nieren gesund sind, scheidet 99,9 Prozent des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren schnell wieder aus.

Worüber nehmen wir Aluminium auf?

Mit bis zu 60 Prozent nehmen wir den größten Anteil über unbehandelte Lebensmittel auf, gefolgt von Lebensmittelzusatzstoffen mit bis zu 40 Prozent. Nur ein Bruchteil von bis zu vier Prozent gelangt über unbeschichtete Aluminiumgegenstände in unseren Körper.

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